Projekte

Schulschluss auf der Alm

Schulschluss auf der Alm

"Die Kühe und Pferde auf der Alm waren überrascht, als der blaue Traktor vorfuhr, beladen mit den fröhlichen Männern unserer Deutschklassen aus Radenthein. Wir Lehrerinnen wanderten hinauf zur Staberalm am Fuße des Mirnock. Frau Staber, die "Chefin", wie sie unsere Asylwerber nennen, hat uns alle zu einer Grillparty eingeladen.
Schon vorher war das ein Thema im Unterricht und dann erlebten wir einen wunderbaren Tag mit Essen und Trinken in fröhlicher Stimmung, zwei Fußbälle nahmen sie auch mit auf die Höhe.
Dann hörten wir afghanische Flötenklänge und Lieder in verschiedenen Sprachen. Bei Tänzen auf dem Almboden kam Lebensfreude auf.
Für die Neuen aus Syrien, war das eine "andere" Welt. Sie bedauerten, dass in den Ferien kein Deutschunterricht möglich ist, denn die Volksschule ist geschlossen. In der "Pension" trifft sich aber eine Gruppe, die selber weiter Deutsch lernen will.
Wir freuen  uns auf den Wald-Wandertag im August, den unsere Kollegin Anna Scheucher mit uns gehn will. Da werden wir über die Themen: Bedeutung des Waldes, Verantwortung für die Umwelt diskutieren und besonders die Ameisen im Wald beobachten."

082

 

Sprachcafé

Das Sprachcafé ist seit Jänner 2012 ein regelmäßiger Treffpunkt für Menschen mit Migrationshintergrund. Vor allem flüchtende Menschen, die in Klagenfurt und Umgebung untergebracht sind, nutzen das Sprachcafé regelmäßig und gerne. 

In ungezwungener Atmosphäre wird hier unter anderem die Möglichkeit geboten, die eigenen Deutschkenntnisse, insbesondere das freie Sprechen, zu verbessern. Das Sprachcafé versteht sich aber auch als offener Lern- und Begegnungsraum und bietet Platz zum Lernen verschiedenster Dinge, zum Spielen, Tee trinken, Freundschaften pflegen u.v.m. Bei Interesse und Bedarf erhalten unsere Besucher*innen landeskundliche Informationen und individuelle Hilfestellung. Darüber hinaus versuchen wir, das Sprachcafé durch Zusatzangebote attraktiv und lebendig zu halten – gemeinsame Museumsbesuche, Stadtspaziergänge und Ausflüge bieten unseren Besucher*innen und Mitarbeiter*innen die Möglichkeit, die (neue) Lebensumgebung besser kennenzulernen.

Für viele Flüchtlinge stellt das Sprachcafé durch sein niedrigschwelliges Konzept eine Anlaufstelle in Klagenfurt dar und gewinnt somit zusätzlich an Relevanz auf zahlreichen Ebenen.

VOBIS versucht, den Betreuungsschlüssel im Sprachcafé hoch zu halten, damit auf Bedürfnisse und Veränderungen gut reagiert werden kann. Derzeit betreuen rund 20 ehrenamtliche Mitarbeiter*innen (10w, 10m) zwischen 50 und 100 Besucher*innen pro Woche. Sie werden in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt, den eigenen Interessen, Stärken und Fähigkeiten entsprechend. Manche Freiwillige helfen bei anstehenden Hausübungen, manche leiten kleine Konversationsgruppen, andere kümmern sich um Einkauf und Verpflegung der Besucher*innen, andere wiederum leisten individuelle Betreuung.

Im Sprachcafé-Team sind ehrenamtliche Mitarbeiter*innen aus unterschiedlichen Nationen und mit verschiedenen sozialen Backgrounds zu finden – es engagieren sich Asylwerber*innen und Migrant*innen, Pensionist*innen und Student*innen, Arbeitslose und benachteiligte / beeinträchtigte Menschen.

Durch Einzelgespräche mit den Mitarbeiter*innen und regelmäßige Treffen im Team gibt es immer die Möglichkeit zur Reflexion, Diskussion und Mitgestaltung. Darüber hinaus werden die Freiwilligen ermutigt und bestärkt, eigene Handlungsspielräume zu erweitern. Es ist spürbar, dass das ehrenamtliche Engagement sich besonders positiv auf Menschen aus sozialen Randgruppen auswirkt. 

RAUBZUG/VLAK STRAHU/TRAIN OF JUSTICE

"Theaterzug"

Am 21. Und 22. September 2013 machte sich eine Gruppe von VobislerInnen auf den Weg nach Feistritz im Rosental/Bistrica v Rožu, um dort bei einer Theateraktion unter der Regie von Marjan Štikar mitzumachen. Gemeinsam mit 10 Jugdenlichen aus dem Rosental/Rož bespielten sie dort den Bahnhof und den Theaterzug.

Das UNIKUM (Universitätskulturzentrum) hatte die Idee zur „Transformale“ (ein Kulturfestival des Landeskulturrates Kärnten) einen Zug von Klagenfurt nach Rosenbach/Podrožca zu bespielen. Dafür holten sie sich den kärntner slowenischen Regisseur Marjan Štikar. Štikar erarbeitete mit seinen Theatergruppen das Programm, doch bald wurde ihm klar, dass er seine Vorstellungen nur verwircklichen kann, wenn er noch zusätzliche Schauspieler und Schauspielerinnen mit ins Boot (eigentlich in den Zug) holt. So hat er viele weitere Menschen angesprochen, unter anderem: Vobis, ein Motorcrossverein, Bogenschützen und das Inklusivtheater Lebenshilfe Ledenitzen/Ledince , quasi eine bunte Mischung.

Insgesamt waren an der Theateraktion mehr als 120 Akteurinnen und Akteure beteiligt, wovon 19 Schauspieler und Schauspielerinnen von Vobis waren (ohne Laura Ippen wäre die Zusammenarbeit nicht zustande gekommen – DANKE!).

Zum Inhalt (Homepage UNIKUM www.unikum.ac.at  -- > Aktionen und Projekte -->  Raubzug)

Das Trauma der Geschichte und die prekäre Gegenwart des Kärntner Rosentals/Rož sind der Stoff eines mehrstündigen »Eisenbahndramas« der zweisprachigen Theatergruppe TROTAMORA. Schauplatz ist die Bahnstrecke zwischen Klagenfurt/Celovec und Rosenbach/Podrožca, die eine Landschaft des wirtschaftlichen Niedergangs und der kulturellen Widersprüche durchquert. Erzählt wird die Geschichte einer noblen Reisegesellschaft auf der Fahrt ins Blaue, die sich bald mit sozialem Elend und dem Zorn der Ausgebeuteten konfrontiert sieht. So gerät der Sonderzug allmählich ins Stocken und muss die Reise teilweise zu Fuß fortgesetzt werden. Dabei kommt es zu Begegnungen mit den Armen und Ausgestoßenen der Gesellschaft, aber auch mit den HeldInnen des Alltags und mit Figuren aus der Traum- und Sagenwelt, die in rund 50 Bildern von über 120 AkteuerInnen zur Darstellung gelangen.

Vordergründig als turbulente Odyssee angelegt, thematisiert RAUBZUG/VLAK STRAHU/TRAIN OF JUSTICE nicht nur Aufruhr und Gewalt als Resultat sozialer Ungerechtigkeit, sondern auch Utopien von Gleichheit und Brüderlichkeit. Stilmittel sind satirisch überhöhte Actionszenen, politische Texte, die zu Dialogen montiert werden, sowie poetische und musikalische Sequenzen, die dem Publikum – als Teil der Reisegesellschaft – assoziativen Freiraum lassen.

<<  1 [2